Parodontitis


Parodontitis (oft auch Parodontose genannt) ist eine bakterielle Entzündung des Zahnbettes und bleibt meist lange Zeit unbemerkt. Parodontitis kann wirksam behandelt werden. Schmerzarm und schonend - durch neue Erkenntnisse und high end Technik!

Wie entsteht eine Parodontitis?

Der Zahnfleischsaum ist die einzige Stelle des menschlichen Körpers, an der Mikroorganismen "direkt" in den Blutkreislauf gelangen können ohne vorher die schützende Haut bzw. Schleimhaut überwinden zu müssen.

Um das zu verhindern, stellt der Körper eine sehr effektive Immunabwehr bereit. Bei einer Störung der Immunabwehr durch genetische Veranlagung, Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Allgemeinerkrankungen oder Stress, und bei Auftreten von besonders aggressiven Bakterienstämmen, kann es zu einer Entzündung tiefer liegender Gewebeschichten kommen. Die Abwehrzellen senden Botenstoffe aus, die Knochenabbau bewirken. Der Zahn fällt aus und der Körper hat den Entzündungsherd abgestoßen. So versucht er sich vor einer Ausdehnung der Entzündung zu schützen. Dennoch - durch die direkte Verbindung zum Blutkreislauf beeinflusst eine Parodontitis auch die allgemeine Gesundheit!


Wie kann ich feststellen, ob ich Parodontitis habe?

Die ersten Anzeichen sind häufig wiederkehrendes Zahnfleischbluten. Das Zahnfleisch ist geschwollen und blutet schon bei leichter Berührung. Es ist nicht mehr rosa gefärbt, sondern gerötet. Mundgeruch kommt hinzu. Bei weiter fortschreitender Parodontitis erscheinen die Zähne durch den Knochenabbau länger. Das Zahnfleisch füllt die Zahnzwischenräume nicht mehr aus. Es sind "schwarze Dreiecke" zwischen den Zähnen sichtbar. Die Zähne werden zunehmend beweglich. Es kann zu "Zahnwanderungen" kommen. Eiter kann aus den Zahnfleischtaschen fließen. Am Ende dieses Prozesses fällt der Zahn schließlich aus.


Folgen einer unbehandelten Parodontitis

Bleibt die Erkrankung unerkannt und wird nicht behandelt, kommt es zunächst unbemerkt zum Abbau des Kieferknochens. Dieser bedingt bei weiterem Fortschreiten zunächst die Lockerung von Zähnen und schließlich deren Verlust. Dies ist in der Regel ein Prozess, der sehr langsam verläuft. Es gibt aber auch sehr schnell fortschreitende Verlaufsformen. An diesem Zerstörungsprozess sind vor allem spezielle Bakterien in den Zahnfleischtaschen beteiligt. Sie gelten als Entzündungsauslöser. Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken.

Ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Fehlgeburten, sowie vermehrte Infektionen der Lunge und an künstlichen Gelenken machen die Parodontitis zu einem allgemeinen gesundheitlichen Risikofaktor.


Wie kann ich einer Parodontitis vorbeugen?

Eine sorgfältige Zahnpflege zu Hause ist der Grundstein für eine gute Prophylaxe. Zusätzliche regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt und regelmäßige Professionelle Zahnreinigungen sind der beste Schutz.


Wie wird Parodontitis behandelt?

Die konsequente und richtige Behandlung der Parodontitis besteht zunächst in der Beseitigung von Schmutznischen, kariösen Defekten und Zahnfehlbelastungen. In der so genannten Vorbehandlung folgt eine ausführliche Beratung über zahngesunde Ernährung und effektive Mundpflege sowie eine perfekte Reinigung der Zähne. Dies senkt den Entzündungsgrad oft schon erheblich.

Erst danach erfolgt die eigentliche Parodontalbehandlung. Eine Intensivreinigung der Zahnfleischtaschen unter lokaler Betäubung mit speziellen Geräten. Das umfasst zunächst die Entfernung von harten mineralisierten Belägen auf der Zahnwurzel (der in den Zahnfleischtaschen angelagerte Zahnstein ist oft vom Zahnfleischbluten dunkel eingefärbt und wird Konkrement genannt). Im Anschluss daran werden auch die weichen anhaftenden Beläge (Plaque / Biofilm) schonend mit einem Pulverstrahlgerät entfernt. Bei dieser Methode bleiben die Strukturen des Wurzelzementes erhalten. Das ist wichtig, um eine Regeneration des Zahnhalteapparates zu ermöglichen. Da auch im Zahnfleisch selbst Bakterien sitzen, die die Tasche schnell wieder neu besiedeln könnten, müssen auch diese beseitigt werden. Meist wird zu diesem Zweck eine Keimanalyse mit folgender Antibiotikatherapie durchgeführt. Wir bevorzugen allerdings zunächst einmal die Anwendung der PACT Methode um lokal und ohne Nebenwirkungen die Zahnfleischtaschen von Bakterien zu befreien.

Zusammen mit einer Desinfektion der gesamten Mundhöhle bewirkt dies häufig schon das gewünschte Behandlungsergebnis.  Bei Zähnen mit weit fortgeschrittener Parodontitis und Taschen, die noch immer Entzündungszeichen aufweisen kann ein chirurgisches Vorgehen notwendig sein. Dabei wird an den betroffenen Zähnen das Zahnfleisch vorsichtig gelöst und die Zahnoberflächen unter Sicht noch einmal gereinigt. In einigen Fällen kann dann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung notwendig sein.

Durch die modernen Methoden, wie die Verwendung von speziellen Ultraschall- und Pulverstrahlgeräten oder die "Photoactivierte Desinfektion PACT" mit einem LASER, gehören invasive, blutige und schmerzhafte Behandlungen weitestgehend der Vergangenheit an.


Diodenlaser zur photo-aktivierten Desinfektion (PACT)

Das Prinzip der photo-aktivierten Desinfektion beruht auf einer lichtinduzierten chemischen Reaktion. Ein spezieller Farbstoff bildet bei Bestrahlung durch den Diodenlaser aktiven Sauerstoff, der die Zellwände der Bakterien zerstört. Da diese Reaktion nur an den Zellwänden der Bakterien stattfindet und der Farbstoff völlig unschädlich ist, ist PACT ideal zur Therapie lokaler Infektionsherde - und zwar völlig schmerzlos!

 

Oft kann auf Antibiotika verzichtet werden!

 

In der Parodontitistherapie können die Zahnfleischtaschen gezielt von Bakterien befreit werden, ohne den Körper mit Antibiotika belasten zu müssen - ein echter Fortschritt!

 

Im Zuge einer Wurzelkanalbehandlung können mit PACT auch Keime abgetötet werden, die nicht auf die chemische Kanaldesinfektion ansprechen - auch dies ein enormer Nutzen.


Ist Parodontitis heilbar?

Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist Parodontitis nicht heilbar! Einige der auslösenden Faktoren können wir nur schwer oder gar nicht beeinflussen. Nach wie vor ist die Entfernung der bakteriellen Beläge (Plaque) der entscheidende Faktor. Heute weiß man, dass sich verschiedene Bakterienstämme organisieren müssen, um eine Parodontitis auslösen zu können. Um zu einer schädlichen Kolonie heranzureifen, brauchen sie längere Zeit. Wird die Plaque in diesem Zeitraum entfernt, oder deren Zusammensetzung entscheidend beeinflusst, kann die Erkrankung aufgehalten werden

Deshalb ist es wichtig, nach einer Parodontosebehandlung regelmäßig eine Nachkontrolle und Nachreinigung durchführen zu lassen. Nur diese Erhaltungstherapie schützt Sie vor einem Fortschreiten der Krankheit und somit vor Zahnverlust.